Joomla SEF URLs by Artio

HOME > GRÜNDEN > Basis fürs Business

Selbstständig? Basis fürs Business! Was einen guten Businessplan ausmacht

Bildquelle: Blue Planet Studio/shutterstock.com

GRÜNDEN

Selbstständig? Basis fürs Business!

Was einen guten Businessplan ausmacht

Lesedauer: 3 Minuten | Erstellungsdatum: 05.04.2018

Leitlinie für die eigene Strategie, Entscheidungsgrundlage für mögliche Geldgeber, Konkretisierung einer Idee – der Businessplan ist die Basis jedes Unternehmens. Nur: Worauf kommt es dabei an?

Manche sagen, er sollte auf einem Bierdeckel Platz haben, andere machen daraus eine wissenschaftliche Abhandlung. Fakt ist: Ein Unternehmen ohne Businessplan aufbauen und führen zu wollen, ist möglich, macht aber kaum Sinn. Denn nur schriftlich fixiert, verwandelt sich eine Idee in etwas Handfestes, in einen Fahrplan zum Ziel. Die Schwierigkeit besteht darin, die richtige Mischung aus belastbaren Fakten und tragfähigen Visionen zu finden. Grundlage der Überlegung, wie ein Businessplan aufgebaut sein sollte, ist daher die Frage: Für wen ist das Schriftstück gedacht?

Alle Unklarheiten beseitigen

Zum einen wollen Investoren, Banken oder andere Geldgeber von der Geschäftsidee überzeugt werden. Sie erwarten harte Fakten, Umsatz- und Rentabilitätsberechnungen sowie eine realistische Aussicht auf die Geschäftsentwicklung innerhalb der ersten drei Jahre.

Doch der Businessplan ist weit mehr als reines Zahlenwerk, denn er beschreibt alle wichtigen Aspekte des Unternehmens: Ziele und Rechtsform der Gesellschaft, Ausrichtung, Strategie und Angebot, Mitarbeiter- und Preispolitik, Wettbewerb und Partner. Das macht ihn so wichtig für den Gründer, weil der sich beim Schreiben des Businessplans mit all diesen Punkten sorgfältig und kritisch auseinandersetzen muss. Meist fallen dabei auch Dinge ins Auge, an die vorher gar nicht gedacht wurde. Der Businessplan sorgt also für Klarheit und gibt Sicherheit. Denn am Ende weiß der Gründer, was er will, was er dazu benötigt, welche Ziele er hat und wie er sie erreichen will. Bei Teamgründungen bringt die Erstellung des Businessplans zudem schnell unterschiedliche Vorstellungen und Meinungen ans Licht, die sich zu diesem Zeitpunkt oft noch problemlos lösen lassen.

Der Preis ist heiß

Am Ende, nach vielen Änderungen und Diskussionen mit Freunden und Geschäftspartnern, muss der Businessplan eine klare Vorstellung vom eigenen Unternehmen vermitteln. Dazu gehören

  • das Profil des Unternehmers und des Produktes (Organigramm, Verantwortlichkeiten)
  • eine Definition des Produkts/der Produkte oder der Dienstleistung
  • die Vorteile aus Sicht des Kunden
  • eine Markt- und Wettbewerbsanalyse
  • die Marketing- und Vertriebstrategie

Sind diese Punkte geklärt, muss eine Preisstrategie festgelegt werden. Natürlich müssen jetzt noch nicht alle Produkte oder Leistungen mit einem Preisschild versehen werden. Aber zumindest eine grobe Orientierung ist wichtig. Der Preis bestimmt die erzielbaren Gewinne. Zugleich entscheidet er über Erfolg oder Misserfolg der Geschäftsidee. Liegt er zu hoch, verkauft sich das Angebot nicht, und die Gewinne bleiben aus. Liegt der Preis zu niedrig, ergibt sich viel Geschäft, aber am Ende bleibt kein Geld übrig.

Im Businessplan sollte daher genau erklärt sein, warum das eigene Produkt oder die eigene Leistung den Wert des geplanten Preises hat. Diese Überlegung ist entscheidend für das Zahlenwerk und muss sauber begründet sein. Mögliche Investoren und Geldgeber werden danach fragen. Stimmt die Argumentation nicht, wird schnell der ganze Businessplan infrage gestellt. Und wo es Zweifel gibt, fließt in der Regel auch kein Geld.

Suchen Sie sich Partner

Mit einem Businessplan, der alle Punkte abdeckt, ist die Basis für einen gelungenen Start in die unternehmerische Selbstständigkeit gelegt. Bei allen Chancen sollten aber auch mögliche Risiken nicht außer Acht bleiben. Planen Sie Ihr Vorhaben sorgfältig, und holen Sie sich Unterstützung von unabhängigen Spezialisten. Besonders am Anfang gilt: Je mehr Sie wissen, desto besser wird Ihr Vorhaben funktionieren.

Erkundigen Sie sich beispielsweise bei der kommunalen Wirtschaftsförderung, ob es in Ihrer Region eine Gründungsinitiative gibt. Besuchen Sie zusätzlich auch ein Gründungsseminar der IHK, der Handwerkskammer oder eines Branchenverbandes. Informieren Sie sich außerdem über die Beratungsförderung in Ihrem Bundesland. Und nicht zuletzt: Sprechen Sie mit Ihrer Bank über Ihre Pläne, denn zur Finanzierung eines Unternehmens brauchen Sie starke Partner.

 Expertentipp:


Ein Businessplan in der klassischen Form ist für viele Unternehmensgründer ein sehr guter Weg. Mehr und mehr junge Gründer nutzen aber auch andere Herangehensweisen, um ihr Unternehmen aufzubauen: etwa das Business Model Canvas oder die Lean-Startup-Methode. Essenzieller Bestandteil ist dabei der Aufbau von Netzwerken. Viele Startups gehen sehr offen mit ihren Ideen und auch ihren Problemen um und tauschen sich mit Gleichgesinnten darüber aus. So lernen sie schnell voneinander, das ist sehr wertvoll. Aber auch die Zusammenarbeit mit ‚klassischen‘ Gründern und Unternehmern zahlt sich aus: Die Commerzbank bringt auf Gründungsveranstaltungen digitale Startups mit Mittelständlern zusammen. Beide Seiten können dabei wahnsinnig viel voneinander lernen. Unser Tipp ist daher: Bevor Sie Ihr Unternehmen gründen, tauschen Sie sich aus! Bauen Sie Beziehungen auf, sprechen Sie mit anderen, und treffen Sie sich mit Gleichgesinnten. Damit lassen sich viele Stolpersteine frühzeitig aus dem Weg räumen.

Kai Werner
Marktregionsleiter Unternehmerkunden Ost bei der Commerzbank AG, Berlin

Mit Business Model Canvas zum Geschäftserfolg

Mit einer guten Idee fängt es an. Aber wie wird daraus ein erfolgreiches Geschäftsmodell? Diese Frage können Sie selbst beantworten – mit dem Business Model Canvas, das Ihnen dabei hilft, die wichtigsten Erfolgsfaktoren Ihrer Geschäftsidee zu ermitteln und auf den Prüfstand zu stellen.

  • 9 Schlüsselfaktoren von der Produktion bis zum Erlösmodell
  • Ideale Vorbereitung für den Businessplan

Dieses Angebot ist kostenfrei, wenn Sie der werblichen Nutzung Ihrer E-Mail Adresse zustimmen.


Passend dazu: die Vorlage zum Ausdrucken

Ausdrucken, anpinnen, loslegen: Zur praktischen Anwendung des Business Model Canvas finden Sie hier die grafische Vorlage.

  • 9 ausfüllbare Felder
  • Wiederverwendbar, wenn Haftnotizen verwendet werden
  • Beliebig groß ausdruckbar (die maximale Größe ist vom Drucker abhängig)

Dieses Angebot ist kostenfrei, wenn Sie der werblichen Nutzung Ihrer E-Mail Adresse zustimmen.


Ähnliche Artikel

GRÜNDEN
Deutschland – Gründerland?

Warum wir im internationalen Vergleich eher Schlusslicht sind

GRÜNDEN
Startup-Finanzierung

So machen Sie alles richtig

GRÜNDEN
Die ersten drei Jahre entscheiden

Woran Startups in der Frühphase besonders oft scheitern

GRÜNDEN
Business mit Weitsicht

Gesellschaftsverträge für Gründer


Meistgelesene Artikel

MANAGEN
Richtig mahnen

So holen Sie sich ihr Geld von säumigen Kunden

WACHSEN
Lieber auffallen als unsichtbar sein

Onlinemarketing für Einsteiger. Interview mit Dr. André Vieregge, SYZYGY

WACHSEN
Klein anfangen, groß rauskommen

Onlinemarketing: So finden Sie die richtigen KPIs für die Erfolgsmessung. Mit Premium Content.

MANAGEN
Runter mit den Betriebskosten