Joomla SEF URLs by Artio

HOME > GRÜNDEN > Die Formel für Gewinn

Bildquelle: Mooshny/shutterstock.com

GRÜNDEN

Die Formel für Gewinn

So berechnen Sie den Break-even-Point

Lesedauer: 4 Minuten | Erstellungsdatum: 06.06.2018

Der Break-even-Point ist für jedes Unternehmen ein wichtiger Gradmesser. Denn er zeigt, ab wann Sie mit Ihrem Business in die Gewinnzone kommen, also wirklich Geld verdienen. So können Sie ihn in wenigen Schritten ermitteln:

Ganz egal, ob Sie ein Unternehmen gründen, ein neues Produkt auf den Markt bringen oder Ihr Geschäftsmodell erweitern, in allen Fällen gilt: Bevor Sie Geld damit verdienen, müssen Sie erst einmal investieren und alle Kosten für den laufenden Geschäftsbetrieb tragen. Und auch wenn die ersten Umsätze zu verzeichnen sind, reichen diese gegebenenfalls nicht sofort, um alle Unkosten zu decken. Doch wie lange dauert es, bis die Einnahmen die Kosten übersteigen?

Die Antwort ist der Break-even-Point (BEP), also der Punkt, an dem ein Unternehmen oder ein Produkt die Gewinnschwelle berührt. Denn der BEP ist exakt dann erreicht, wenn Kosten und Erlöse gleich hoch sind. Von da an macht Ihr Unternehmen beim weiteren Verkauf des Produkts oder der Dienstleistung Gewinn.

Darum ist der Break-even-Point so wichtig

Als Unternehmer sollten Sie den BEP aus mehreren Gründen kennen und berechnen können. Denn bei einem Startup möchten zum Beispiel Kreditgeber oder Investoren wissen, ob und ab wann ein Unternehmen profitabel wird. Schließlich gibt es viele, die trotz hoher Umsätze erst spät oder sogar nie die Gewinnzone erreichen. Der BEP ist deshalb ein fester Bestandteil des Businessplans, weil er zeigt, ob und wie gut ein Geschäftsmodell bei realistischen Annahmen tatsächlich funktioniert und ob das Kapital der Gründer bis zum Überschreiten der Gewinnschwelle reicht.

Auch etablierte Unternehmer müssen die Gewinnschwelle berechnen können, zum Beispiel zur Planung des Kapitalbedarfs für Investitionen in die Produktion oder für die Erweiterung des Produkt- und Serviceangebots. In allen Fällen zeigt der BEP, welche Stückzahlen bzw. Arbeitsstunden das Unternehmen verkaufen muss, bis es schwarze Zahlen schreibt. So lässt sich im Voraus auch berechnen, ob sich die Einführung eines Produktes überhaupt lohnt.

Die Break-even-Point-Analyse

Ermittelt wird die Gewinnschwelle mithilfe einer Break-even-Point-Analyse. Sie lässt sich sowohl für ein einzelnes Produkt als auch für mehrere Produkte oder das gesamte Geschäft durchführen.

Grundlage für die Break-even-Point-Analyse sind einige wichtige betriebliche Kennzahlen:

  • Fixkosten: Dazu gehören alle Kosten des Unternehmens, die unabhängig von der Auslastung und der Produktionsmenge regelmäßig und wiederkehrend zu bezahlen sind, wie zum Beispiel Mietkosten, Mitarbeiterlöhne oder Kosten für Energie, Telefon und Internet, Leasing- und Darlehenskosten.
  • Variable Kosten: Im Gegensatz zu den Fixkosten stehen die variablen Kosten in engem Zusammenhang mit der produzierten Menge von Gütern bzw. dem Umfang der erbrachten Dienstleistungen. Die variablen Kosten steigen oder sinken abhängig von der Produktionsmenge bzw. der Auslastung. Zu ihnen gehören Materialkosten für das Produkt, Verpackungs- und Versandkosten, Fremdleistungen oder Akkordlöhne.
  • Deckungsbeitrag: Der Deckungsbeitrag gibt an, wie viel ein Produkt zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Zur Berechnung des Beitrags werden die variablen Kosten vom Umsatz abgezogen.

So berechnen Sie den Break-even-Point

Es gibt zwei Möglichkeiten, den BEP zu ermitteln: in Form einer grafischen Darstellung oder mittels mathematischer Berechnung.

Die grafische Darstellung erfolgt über ein Break-even-Point-Diagramm:

Auf der horizontalen Achse wird die Menge des Produkts erfasst, auf der vertikalen der Umsatz beziehungsweise die Kosten. Zuerst trägt man die Fixkosten als konstante Linie ein, die variablen Kosten, die mit der Produktionsmenge zunehmen, werden zu den Fixkosten addiert und stellen als aufsteigende Linie die Gesamtkosten dar. Fehlt noch die Kurve mit den Umsätzen, die sich aus dem Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen bzw. Arbeitsstunden ergibt. Der Break-even-Point liegt genau da, wo sich die Linien von Umsatz und Gesamtkosten kreuzen. Ein Umsatz unterhalb dieses Kreuzungspunkts liegt in der Verlustzone. Hier reichen Absatzmenge und Erlöse nicht aus, um die variablen und die fixen Kosten zu decken. Die Gewinnzone beginnt bei einem Umsatz oberhalb vom Kreuzungspunkt. Ab hier sind alle Kosten gedeckt und Gewinne erwirtschaftet.

Für die rechnerische Darstellung ermittelt man zunächst den Deckungsbeitrag.

Nehmen wir als Beispiel die Produktion eines Smartphones. Der Hersteller verlangt pro Gerät 600 Euro. Die variablen Herstellungskosten liegen bei 200 Euro pro Gerät, die Fixkosten des Unternehmens bei 60.000 Euro. Den Deckungsbeitrag (d) ermitteln Sie, indem Sie die variablen Kosten (kv) vom Verkaufspreis (p) abziehen:

Bei einem Verkaufspreis von 600 Euro minus variabler Kosten in Höhe von 200 Euro beträgt der Deckungsbeitrag somit 400 Euro (600 - 200 = 400)

Im nächsten Schritt können Sie den Break-even-Point berechnen, indem Sie die Fixkosten (kf) durch den Deckungsbeitrag (d) teilen.

Bei Fixkosten von 60.000 Euro, geteilt durch den Deckungsbeitrag von 400 Euro, ergibt sich also eine Stückzahl von 150 Smartphones, die das Unternehmen mindestens verkaufen muss, um den BEP zu erreichen (60.000/400 = 150). Mit jedem weiteren verkauften Smartphone macht das Unternehmen Gewinn.

Sonderfall: sprungfixe Kosten

Einen Sonderfall stellen die sogenannten sprungfixen Kosten dar, die dann entstehen, wenn Ihre Fixkosten ansteigen. Etwa, wenn Sie eine zusätzliche Maschine kaufen oder mehr Personal einstellen müssen, um die steigende Nachfrage zu bewältigen. In solchen Fällen kann Ihr Unternehmen wieder in die Verlustzone rutschen, nachdem es bereits den BEP erreicht hatte. In diesem Fall müssen Sie den Break-even-Point mit den gestiegenen Fixkosten erneut berechnen.

Bleibt als letzte Frage, was zu tun ist, wenn Sie unrealistisch viele Produkte oder Services verkaufen müssen, um den Break-even-Point zu überschreiten. In diesem Fall bleiben Ihnen im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: das Geschäftsmodell korrigieren oder höhere Verkaufspreise ansetzen, die dann im Markt allerdings auch durchsetzbar sein müssen. Beim letzten Punkt leistet die BEP-Berechnung ebenfalls gute Dienste, weil sich damit schnell die bilanziellen Auswirkungen verschiedener Preismodelle durchspielen lassen und Sie genau erkennen, ab wann sich der Verlust Ihres Unternehmens in Gewinn verwandelt. Alles Weitere ist Management.


Ähnliche Artikel

GRÜNDEN
Deutschland – Gründerland?

Warum wir im internationalen Vergleich eher Schlusslicht sind

GRÜNDEN
Startup-Finanzierung

So machen Sie alles richtig

GRÜNDEN
Die ersten drei Jahre entscheiden

Woran Startups in der Frühphase besonders oft scheitern

GRÜNDEN
Business mit Weitsicht

Gesellschaftsverträge für Gründer


Meistgelesene Artikel

MANAGEN
Richtig mahnen

So holen Sie sich ihr Geld von säumigen Kunden

WACHSEN
Lieber auffallen als unsichtbar sein

Onlinemarketing für Einsteiger. Interview mit Dr. André Vieregge, SYZYGY

WACHSEN
Klein anfangen, groß rauskommen

Onlinemarketing: So finden Sie die richtigen KPIs für die Erfolgsmessung. Mit Premium Content.

MANAGEN
Runter mit den Betriebskosten