Fördermittel für Gründer: Günstiges Geld für den Start in die Selbstständigkeit. Im Bild: Zwei Hände bilden mit kleinen Holzbauklötzen das Wort Startup.

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Gründen

Fördermittel für Gründer

Günstiges Geld für den Start in die Selbstständigkeit

Lesedauer:
4 Minuten
Erstellungsdatum: 20.04.2018

Startups sind die jungen Wilden der Wirtschaft. Mit innovativen Ideen fordern sie etablierte Unternehmen heraus, sorgen für mehr Wettbewerb und schaffen neue Arbeitsplätze. Länder und Bund stellen daher für Existenzgründer eine Vielzahl attraktiver Fördermittel bereit. 5 wichtige Programme im Überblick.

Besonders beliebt bei Existenzgründern, Freiberuflern und kleinen Unternehmen ist das ERP-Förderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Das Programm ist ein echter Klassiker, denn die KfW nutzt dafür Gelder aus dem ERP-Sondervermögen, das im Rahmen des European Recovery Program (ERP) seit 1948 für den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft bereitgestellt wird.

Heute umfasst das ERP-Förderprogramm der KfW mehrere Varianten. Alle unterstützen Startups durch zinsgünstige Darlehen mit langer Laufzeit, die in der Regel über die Hausbank beantragt werden. Die prüft den Antrag, bevor sie ihn an die KfW schickt. Sagt die Kreditanstalt zu, leistet die Hausbank eine Vorfinanzierung. Anschließend erhält sie das Geld von der KfW wieder zurück. Hier die Top-drei-KfW-Angebote für Gründer:

1. ERP-Gründerkredit StartGeld

StartGeld eignet sich für einen Finanzierungsbedarf von maximal 100.000 Euro, wobei der Anteil für Betriebsmittel 30.000 Euro nicht überschreiten darf. Der Kredit ist gleich in mehrfacher Hinsicht flexibel: So kann er bis zu fünf Jahre nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit beantragt werden. Zudem kann bei Teamgründungen jedes Mitglied einen eigenen Antrag über die Maximalsumme stellen. Auch Gründungen im Nebenerwerb werden gefördert, wenn sie mittelfristig dem Haupterwerb dienen sollen. Eigenkapital ist nicht erforderlich, und die Anfangsraten sind überschaubar, denn die ersten zwei Jahre sind tilgungsfrei: In dieser Zeit müssen nur die Zinsen bezahlt werden. Ebenfalls positiv: Die KfW übernimmt 80 Prozent des Haftungsrisikos bei einem Kreditausfall. Das begünstigt die Zustimmung der Hausbank.

2. ERP-Gründerkredit Universell

Wer Großes vorhat, kann bis zu 25 Millionen Euro beantragen. Gefördert werden Existenzgründungen in Deutschland, im Ausland, im Nebenerwerb sowie erneute Gründungen und Unternehmensübernahmen zur vereinfachten Nachfolgeregelung. Das Darlehen kann bis zu fünf Jahre nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit beantragt und zu 100 Prozent für Investitionen oder Betriebsmittel genutzt werden. Beim Gründerkredit Universell übernimmt die KfW 50 Prozent des Haftungsrisikos. Allerdings nur, wenn das Unternehmen des Antragstellers bereits seit drei Jahren besteht.

Tipp: Auch wenn die KfW-Kreditvarianten StartGeld und Universell kein Eigenkapital erfordern, bringt der Einsatz von eigenen Mitteln klare Vorteile mit sich. Denn wer Eigenkapital einbringt, erhöht seine Bonität und mindert das Ausfallrisiko für die Hausbank. Beides verbessert Ihre Ausgangsposition beim Aushandeln der anfallenden Zinsen.

3. ERP-Kapital für Gründung

Mit diesem Darlehen können Gründer ihr Eigenkapital um maximal 500.000 Euro aufstocken. Der Vorteil: Wer mehr Eigenkapital hat, kommt einfacher und günstiger an Kredite von der Hausbank. Der Haken: An das ERP-Kapital kommt nur, wer 10 Prozent (neue Bundesländer) bzw. 15 Prozent (alte Bundesländer) der Gesamtinvestition aus Eigenmitteln finanzieren kann. Geht der Antrag durch, wird das Eigenkapital auf 50 bzw. 45 Prozent aufgestockt. 

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt das folgende Beispiel: Ein Modedesigner in Essen braucht 68.000 Euro, um ein Atelier zu eröffnen. Er hat Eigenkapital in Höhe von 10.200 Euro, also die geforderten 15 Prozent von 68.000 Euro. Damit erhält er ein Darlehen in Höhe von 22.400 Euro. Insgesamt hat der Modedesigner damit jetzt 45 Prozent Eigenkapital, nämlich 32.600 Euro. Die restlichen 37.400 Euro finanziert er über seine Hausbank. 

Neben den Top drei der KfW gibt es eine nahezu unüberschaubare Vielzahl von weiteren Förderungen, die Existenzgründer und Jungunternehmer auf nationaler und EU-Ebene mit günstigen Darlehen unterstützen. Besonders interessant sind folgende:

4. EXIST-Forschungstransfer

Die Initiative EXIST vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zielt vor allem auf Förderungen im Bereich der wissenschaftlichen Forschung. Unterstützt werden Gründerteams, die sich mit einem risikoreichen und anspruchsvollen Entwicklungsprojekt aus der Hochschule selbstständig machen wollen. Die Förderung gliedert sich in zwei Phasen mit einer Laufzeit von jeweils 18 Monaten.

Phase I fördert die Gründungsvorbereitung. Hier stehen bis zu 250.000 Euro zur Deckung von Personal- und Sachkosten bereit. Phase II beginnt mit der Gründung als Kapitalgesellschaft. Das Startup erhält einen Zuschuss von bis zu 180.000 Euro für Maßnahmen, die dem Aufbau der Geschäftstätigkeit oder der Anwerbung von Investoren dienen. Besonders gut daran ist: Dieser Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden. Einen Wermutstropfen gibt es jedoch: Um an den Zuschuss zu gelangen, müssen 33 Prozent der Gesamtkosten aus Eigenmitteln erbracht werden.

5. High-Tech Gründerfonds (HTGF)

Seit 2005 finanziert der High-Tech Gründerfonds hochinnovative Unternehmensgründungen, die nicht älter als drei Jahre sind (Stichdatum ist der Handelsregistereintrag). Das Kapital dafür stammt aus einem Fonds mit Geldern vom Bundeswirtschaftsministerium, von der KfW und von Industriekonzernen. Inzwischen hat der HTGF Gründungen wie Mister Spex, Outfittery und mehrere Hundert weitere erfolgreiche Startups in den unterschiedlichsten Branchen angeschoben. Wer die Geldgeber überzeugt, bekommt eine mehrstufige Finanzierung, mit der sich das Vorhaben bis zur Marktreife führen lässt. Pro Startup stehen in der Seed-Phase bis zu 1 Million Euro und maximal 2 Millionen Anschlussfinanzierung aus offenen Beteiligungen und Darlehen bereit. Im Gegenzug erwirbt der HTGF 15 Prozent der Gesellschaftsanteile. Die Laufzeit des Kredits beträgt sieben Jahre. 

Die fünf Beispiele zeigen, dass die deutsche Förderlandschaft Gründern eine Fülle von interessanten Möglichkeiten bietet. Allerdings ist es ratsam, sich vorab beraten zu lassen, etwa von einem Steuerberater oder von der Hausbank. Sie helfen bei der Suche. Inzwischen bieten auch einige große Banken Fördermittelfinder für die Suche nach öffentlichen Geldern für das jeweilige Vorhaben im Netz an.

ERP-Kapital für Gründung
ERP-Gründerkredit StartGeld
ERP-Gründerkredit Universell
High-Tech Gründerfonds
EXIST Forschungstransfer
Titel Broschuere Foerdern

Ratgeberbroschüre: Wege in die Selbstständigkeit

Sie haben schon eine Idee, mit der Sie sich selbstständig machen wollen? Gut. Sie haben noch keine? Auch gut, denn neben der Gründung eines eigenen Unternehmens haben Sie auch die Option, eins zu kaufen. In unserer Broschüre erfahren Sie, welche Vor- und Nachteile beide Varianten haben, wie andere das Beste aus den jeweiligen Möglichkeiten gemacht haben, und welche Fördermittel Ihnen den Weg in die Selbstständigkeit ebnen.

  • Selbstständig werden als Gründer oder Nachfolger
  • Erfolgsbeispiele aus der Praxis
  • KfW-Fördermittel für Existenzgründer
  • Hilfreiche Tipps für den Start

 

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