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GRÜNDEN

Startup-Finanzierung

So machen Sie alles richtig

Lesedauer: 4 Minuten | Erstellungsdatum: 16.04.2018

Am Anfang steht die Idee. Am Ende, wenn alles gut geht, der große Erfolg. Dazu müssen Existenzgründer allerdings von Beginn an die richtigen Weichen stellen – auch bei der Finanzierung. Deshalb sind vor jeder Gründung 3 Fragen zu klären: Wie teuer wird es? Wie viel Erspartes ist vorhanden? Und woher kommt der Rest, wenn die Eigenmittel nicht reichen?

So teuer wird es: der Kapitalbedarfsplan

Keine Gründung ohne eigenes Geld. Auch wenn diese Regel heute nicht mehr uneingeschränkt gilt, ist sie immer noch ein guter Ratgeber. Denn wer Eigenkapital hat, braucht weniger Fremdkapital. Zugleich verbessern Eigenmittel die Chance, an fehlendes Geld in Form von Darlehen, Venturecapital oder Fördermitteln zu kommen. Ob Geld fehlt und in welcher Höhe Banken oder Investoren einspringen müssen, lässt sich mit einem Kapitalbedarfsplan ermitteln, der alle Finanzierungskosten berücksichtigt. Dazu gehören:

  • Gründungskosten, zum Beispiel Notarkosten, Gebühren für Genehmigungen und Eintragungen, Kosten für Steuer- und Unternehmensberater
  • Investitionskosten, etwa für die Büroausstattung inklusive Computer und Software, Maschinen, Fahrzeuge, Material- und Warenlager, Personalkosten
  • Kosten für die Anlaufphase, in erster Linie Kapital zur Deckung der laufenden Fixkosten und des persönlichen Lebensunterhalts, solange nicht ausreichend große Umsätze erzielt werden

Gerade beim letzten Punkt ist Optimismus fehl am Platz. Bis das eigene Unternehmen Gewinne abwirft, können locker mehrere Monate vergehen. Es muss also ausreichend Kapital vorhanden sein, um die Durststrecke ohne finanzielle Engpässe überbrücken zu können.

Die Kosten sind das eine, aber zum Glück nicht alles. Schließlich erwirtschaften manche Startups schon in der Anlaufphase erste Umsätze, die ebenfalls in die Gesamtrechnung einfließen. Dabei gilt es, vorauszuplanen. Denn im Idealfall werden die Monatsumsätze für die ersten drei Geschäftsjahre geschätzt, und das möglichst realistisch. Die nächste Aufgabe besteht in der Gegenüberstellung der geschätzten Einnahmen und Kosten. Aus der Differenz ergeben sich die monatlichen Gewinne oder Verluste, die das Unternehmen ausgleichen muss.

Was das bedeutet, zeigt die folgende Beispielrechnung: Ein Jungunternehmer hat nach Abzug der Gründungs- und Investitionskosten noch 15.000 Euro Eigenkapital. Die monatlichen Verluste liegen bei 3.000 Euro pro Monat. Mit seinem Eigenkapital kann der Gründer also fünf Verlustmonate ausgleichen. Wie seine Berechnungen zeigen, erreicht er die Gewinnzone aber erst nach 15 Monaten. Ihm fehlen also 30.000 Euro Kapital. Mindestens, denn mit einem Sicherheitspuffer von weiteren vier Monaten sind es schon 42.000 Euro, die fehlen. Genau dieser Betrag muss also finanziert werden, damit der Gründer nicht vorzeitig zahlungsunfähig wird.


Die wichtigsten Crowdfunding-Plattformen im Überblick

Crowdfunding ist die moderne Alternative zur klassischen Finanzierung von unterschiedlichsten Projekten und Vorhaben. Unsere Übersicht zeigt Ihnen die wichtigsten Plattformen auf einen Blick.

  • Crowdfunding-, Crowdinvesting- und Crowdlending-Anbieter
  • Förderfähige Vorhaben
  • Kosten und Besonderheiten

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Beteiligungskapital: Geldspritze von Investoren

Eine mögliche Geldquelle ist die Beteiligung von Investoren am eigenen Unternehmen mit Venturecapital. In der Praxis bedeutet das: Investoren geben Geld, erwerben damit aber gleichzeitig auch Anteile am Unternehmen. Ziel des Investors dabei ist, den Wert des Unternehmens zu steigern und beim Verkauf der Anteile Gewinne zu erzielen. Investoren können Privatpersonen, größere Unternehmen oder auch Beteiligungsgesellschaften sein.

Im Gegensatz zu Banken und anderen Kreditgebern verlangen Investoren für Venturecapital keine finanziellen Sicherheiten. Entscheidend für sie sind vielmehr eine innovative Geschäftsidee und ein überzeugender Businessplan. Ein weiterer Vorteil von Beteiligungskapital ist: Es gilt buchhalterisch nicht als Fremdkapital, sondern als Eigenkapital des Startups. Und das verbessert wiederum die Bonität und damit auch die Verhandlungsposition bei der Kreditvergabe durch Banken.

Besonders interessante Geldgeber sind Corporate-Venturecapital-Gesellschaften. Dabei handelt es sich um Tochtergesellschaften, die strategische Investments für ihre Muttergesellschaft tätigen. Im Vergleich zu klassischen Venturecapital-Gebern bieten sie einen klaren Mehrwert, beispielsweise indem sie das geförderte Startup in die Vertriebskanäle des Mutterkonzerns einbinden oder für das Unternehmen Kooperationsverträge mit bereits vorhandenen Geschäftspartnern abschließen.

Auch Business Angels kommen als Investoren infrage. In der Regel handelt es sich dabei um erfahrene Unternehmer, die junge, innovationsstarke Unternehmen in der ersten Wachstumsphase unterstützen, und das nicht nur finanziell, sondern auch mit ihrem Know-how und ihrer Erfahrung.

Auf regionaler Ebene sind mittelständische Beteiligungsgesellschaften interessant. Sie unterstützen Startups und kleine Unternehmen im Rahmen der regionalen Wirtschaftsförderung mit Eigenkapital. Die Gesellschafter sind in der Regel Wirtschaftsverbände, Banken, Versicherungen sowie Förderinstitute der Bundesländer.

Der Klassiker: das Bankdarlehen

Dank der anhaltenden Niedrigzinsphase sind Bankdarlehen derzeit ein besonders attraktiver Finanzierungsweg. Einen Kredit bekommt, wer über ausreichend Eigenkapital verfügt, das die Banken als finanzielle Sicherheit voraussetzen. Die eigene Bonität entscheidet dabei nicht nur über die Kreditvergabe, sondern auch über die Höhe des Zinssatzes und die Tilgungsbedingungen. Grundsätzlich zu unterscheiden ist zwischen Betriebsmittel- und Investitionskrediten.

Ein Betriebsmittelkredit hilft bei der Deckung eines kurzfristigen Investitionsbedarfs im laufenden Geschäftsbetrieb, um beispielsweise Waren oder Betriebsstoffe vorzufinanzieren. Bis zum vereinbarten Limit kann das Unternehmen den Kredit flexibel in Anspruch nehmen. Der Kreditrahmen orientiert sich dabei meist am Umsatz des Unternehmens.

Der Investitionskredit dient zur Finanzierung von mittel- bis langfristigen Investitionen, etwa dem Erwerb von Geschäftsimmobilien, Maschinen oder Fahrzeugen. Das Darlehen ist auf den Verwendungszweck abgestimmt und hat eine Laufzeit von bis zu 30 Jahren. Die Verzinsung ist flexibel, und mit einem Forward-Darlehen lassen sich die aktuell niedrigen Zinsen bis zu 60 Monate sichern.

Öffentliche Fördermittel

Eine weitere interessante Finanzierungsquelle für Existenzgründer, Freiberufler sowie kleine bis mittlere Unternehmen sind auch öffentliche Förderprogramme. Förderdarlehen zeichnen sich durch günstige Zinsen, lange Laufzeiten und oft eine tilgungsfreie Startphase aus. Als Förderbank des Bundes bewilligt vor allem die KfW-Bankengruppe zinsgünstige Finanzierungsangebote. Besonders attraktiv für Startups sind der ERP-Gründerkredit StartGeld, das ERP-Kapital für Gründung sowie der ERP-Gründerkredit Universell. Die Beantragung der KfW-Förderkredite erfolgt über die Hausbank. Ähnliche Programme bieten zudem die Förderbanken der Bundesländer. Weitere Förderangebote sind zum Beispiel Mikrokredite oder der Gründerzuschuss der Bundesagentur für Arbeit.

Neue Möglichkeit: Crowd-Finanzierung

Die modernste Art, um als Gründer an Kapital zu kommen, ist schließlich die Crowd-Finanzierung über das Internet. Das funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Die Gründer stellen ihre Geschäftsidee oder ihr Produkt auf speziellen Internetplattformen vor. Nutzer der Onlineplattform können nun auch mit kleinen Geldbeträgen das Gründungsvorhaben unterstützen. Es gibt dabei drei verschiedene Formen der Crowd-Finanzierung:

  • Crowdfunding: Bei der wohl bekanntesten Art der Crowd-Finanzierung beteiligen sich die User mit einer Geldspende, um ein definiertes Finanzierungsziel zu erreichen. Als Gegenleistung erhalten sie dafür das fertige Produkt, Eintrittskarten oder eine andere Form der nicht monetären Belohnung.
  • Crowdlending: Hier vermitteln Internetplattformen Darlehen an Unternehmen oder Privatleute. Die User, die sich als Kreditgeber beteiligen, bekommen dafür nach einem bestimmten Zeitraum ihre Einlage mit festen Zins- und Tilgungsraten zurück.
  • Crowdinvesting: Beim Crowdinvesting erwerben die User als Mikro-Investoren tatsächlich einen Anteil am Unternehmen und sind damit anschließend an den Gewinnen beteiligt.

Welche Form der Finanzierung für Sie und Ihr Startup die richtige ist, hängt von der Art des Unternehmens und Ihrer persönlichen Situation ab. Informieren Sie sich bereits vor der Finanzplanung, welche Art der Unternehmensfinanzierung in Ihrer Branche üblich ist. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, professionellen Rat zu suchen, etwa bei einem Steuerberater oder einer Unternehmensberatung.

Auch Ihre Hausbank hilft Ihnen bei der Suche nach einer passenden Finanzierungslösung, sei es ein Kredit, die KfW-Förderung oder eine andere Lösung.


Tipp:
KfW-Förderung für Gründer

Solide finanzieren und erfolgreich starten. Wie und womit, erfahren Sie in unserer Übersichtsbroschüre „KfW-Förderung für Gründer, Unternehmensnachfolger und junge Unternehmen“.

  • Übersicht über das Förderprogramm der KfW für Gründer
  • Förderprodukte im Vergleich
  • Hilfe und Tipps rund um die Beantragung

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