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Achtung, Haftung!

So sichern Sie sich als Unternehmer gegen den Verlust Ihres Privatvermögens ab

Lesedauer: 2 Minuten | Erstellungsdatum: 11.04.2018

Produktmängel, eigene Fehler oder die von Mitarbeitern und Geschäftspartnern: Wer ein Unternehmen betreibt, haftet unter Umständen auch mit seinem Privatvermögen. Ob und in welchem Ausmaß hängt vor allem von der Rechtsform des eigenen Unternehmens ab. Zudem lassen sich viele Risiken wirksam senken.

Einzelunternehmer haften voll

Einzelunternehmer wie Freelancer haften grundsätzlich mit ihrem gesamten Privatvermögen. Dazu gehören nicht nur Geld, Kapitalanlagen und Wertpapiere, sondern auch Autos, Immobilien und sogar offene Rechnungen. Kurz gesagt: Sie haften mit allem, was sie haben. Und das kann bei entsprechender Schadenshöhe schnell zum finanziellen Ruin führen. Damit es dazu nicht kommt, können sich Unternehmer gegen dieses Risiko absichern – mit einer Berufs- beziehungsweise Betriebshaftpflichtversicherung.

Die Berufshaftpflichtversicherung deckt in der Regel Sach-, Personen- und Vermögensschäden ab, die bei der Ausübung des Berufs entstehen, etwa bei Ärzten, Anwälten oder Architekten. Hier ist sie sogar Voraussetzung für die gewerbliche Zulassung. Für größere Unternehmen ist dagegen eine Betriebshaftpflichtversicherung die richtige Wahl. Damit sind neben dem Unternehmer oder den Gesellschaftern auch alle Mitarbeiter mitversichert.

Haftungsbeschränkung durch Kapitalgesellschaften

Die Einzelunternehmerhaftung gilt im Übrigen auch für alle Unternehmer, die gemeinsam eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) oder eine offene Handelsgesellschaft (oHG) bilden. Auch hier haften die Gesellschafter mit ihrem privaten Vermögen für alle Verbindlichkeiten.

Wer als Unternehmer sein Privatvermögen gegen Haftungsansprüche schützen will, sollte besser eine Kapitalgesellschaft gründen. Dazu gehören vor allem die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), die Unternehmergesellschaft (UG) (haftungsbeschränkt) sowie die Aktiengesellschaft (AG). Kapitalgesellschaften gelten als juristische Personen, die grundsätzlich mit ihrem Gesellschaftsvermögen haften, aber nicht mit dem Privatvermögen der Gesellschafter.

Zur Gründung einer GmbH müssen mindestens 25.000 Euro Stammkapital eingebracht werden. Mit diesem Gesellschaftsvermögen haftet die GmbH.

Günstiger ist die Gründung einer UG (haftungsbeschränkt). Hier reicht schon ein Startkapital von 1 Euro aus, was die UG gerade für Einzelunternehmer und kleine Startups attraktiv macht. Ist sie erst einmal ins Handelsregister eingetragen, gilt für die UG die gleiche Haftungsbeschränkung wie bei einer GmbH. Aber Vorsicht: Solange eine Kapitalgesellschaft, ob GmbH, UG oder AG, noch nicht offiziell ins Handelsregister eingetragen ist, unterliegen die Gründer der sogenannten Gründerhaftung. Das heißt: Bis dahin haften die Gründer wie Einzelunternehmer mit ihrem Privatvermögen. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man deshalb möglichst erst nach dem Eintrag ins Handelsregister die Geschäftstätigkeit aufnehmen.

Diese Haftungsrisiken bleiben

Komplett aus dem Schneider sind Unternehmer nach der Gründung einer Kapitalgesellschaft aber nicht. Denn jede Gesellschaft muss einen oder mehrere Geschäftsführer benennen. Bei vielen kleinen Unternehmen oder Startups sind die Gesellschafter auch meist Geschäftsführer und unterliegen damit der Geschäftsführerhaftung. Vernachlässigt der Geschäftsführer seine Sorgfaltspflichten, haftet er bei entstandenen Schäden gegenüber der Gesellschaft auch mit seinem Privatvermögen. Gegenüber Dritten haftet der Geschäftsführer darüber hinaus zum Beispiel bei einer vorsätzlichen Rechtsverletzung.

Gleiches gilt für den Vorstand und den Aufsichtsrat einer AG. Auch Aktionäre, die zugleich Mitglied im Vorstand oder Aufsichtsrat sind, haften im Falle einer Pflichtverletzung mit ihrem privaten Vermögen, beispielsweise bei Verstößen gegen das Aktiengesetz oder das Wettbewerbsrecht. Aber auch hier gibt es Hilfe.

So können sich Geschäftsführer, Vorstände, Aufsichtsräte und andere leitende Angestellte einer Kapitalgesellschaft zusätzlich mit einer sogenannten Directors-&-Officers-(D&O)-Versicherung gegen eine private Haftung schützen. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Berufshaftpflichtversicherung für Manager. Das Unternehmen selbst ist dabei jedoch nicht abgesichert. Gerade im produzierenden Gewerbe empfiehlt sich daher zusätzlich eine Produkthaftpflichtversicherung. Sie sichert das Unternehmen gegen Schadenersatzansprüche durch mangelhafte Produkte ab.


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