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Runter mit den Betriebskosten

So machen Sie aus Ihrem Umsatz mehr Gewinn

Lesedauer: 3 Minuten | Erstellungsdatum: 07.06.2018

Ärgern Sie sich auch darüber, dass Ihre Umsätze seit Jahren stabil sind, aber steigende Fixkosten immer mehr vom Gewinn verschlingen? Dann haben wir etwas für Sie: 9 Tipps, mit denen Sie effektiv gegensteuern. 

1. Erst planen, dann sparen

Jeder Unternehmer weiß, dass geringe Fixkosten eine gute Basis für langfristigen Erfolg sind. Die Praxis sieht aber häufig anders aus. Denn Fixkosten haben die unschöne Angewohnheit, sich zu vermehren – weil Kundenanforderungen steigen, Wachstumsinvestitionen teure Folgekosten verursachen oder weil niemand so genau hinschaut. Bevor es zu finanziellen Problemen kommt, sollten Sie wirksam auf die Kostenbremse treten. Allerdings nicht mit spontanen Hauruckaktionen, die nur kurzfristig Linderung bringen, sondern durch ein planvolles und systematisches Vorgehen. 

Verschaffen Sie sich dazu zunächst einen Überblick, indem Sie den prozentualen Anteil aller Kostenblöcke an den Gesamtkosten berechnen. Suchen Sie anschließend die Positionen heraus, die am meisten Geld verschlingen, und nehmen Sie zwei bis drei davon gleichzeitig in Angriff – zum Warmlaufen am besten diejenigen, bei denen sich die Ausgaben relativ schnell reduzieren lassen. Hier legen Sie konkrete Sparziele fest. Zum Beispiel: in 12 Monaten eine Kostensenkung um 20 Prozent. Anschließend gilt es, die richtigen Maßnahmen zu finden, mit denen sich dies erreichen lässt.

2. Kunden: Extrawünsche extra berechnen

Geben Sie Ihren Kunden alles, was sie wünschen – aber nicht umsonst. Seien Sie konsequent, auch wenn der Konkurrenzdruck groß ist. Denn unbezahlte Zusatzleistungen oder hohe Preisnachlässe werden schnell zur Gewohnheit und binden Kapazitäten, die Ihnen für lukrative Neuaufträge fehlen. Konzentrieren Sie sich auf solche Kunden, die einen wirtschaftlich guten Beitrag bringen oder das Potenzial dazu haben. Vereinbaren Sie bei hohen Rechnungsbeträgen oder längeren Projekten eine An- oder Teilzahlung, um schneller mit dem Geld arbeiten zu können.

3. Material- und Wareneinkauf: Skaleneffekte nutzen

Bündeln Sie Bedarfe oder bilden Sie eine Einkaufsallianz mit anderen Unternehmen. Beschränken Sie sich auf wenige Lieferanten. Dadurch steigen Ihre Chancen beim Aushandeln von Rabatten. Innerhalb der Skontofrist zu bezahlen bringt zusätzliche Kostenvorteile. Unterbinden Sie den „wilden“ Einkauf durch Mitarbeiter, indem Sie Rahmenverträge mit Lieferanten abschließen. Darin definieren Sie einen begrenzten Warenkorb für bestimmte Produktgruppen. Bei Bestellungen außerhalb des Warenkorbs oder Überschreitung einer festgelegten Ausgabenhöhe gilt: Vorher den Chef fragen! Verdeutlichen Sie Ihren Mitarbeitern, dass es Ihnen nicht darum geht, ihre Kompetenzen zu beschneiden. Dreh- und Angelpunkt ist der Erhalt und die Rentabilität von Arbeitsplätzen.

4. Energie sparen und Ressourcen schonen

Die Kühltruhe im Gemüseladen oder die Klimaanlage in der Arztpraxis: Energieberater helfen Ihnen, Stromfresser aufzudecken. Beratung und Maßnahmen zur Energieeinsparung werden zum Teil sogar gefördert. Haben Sie einen Produktionsbetrieb, können Sie sich unter bestimmten Voraussetzungen einen Teil der Stromsteuer erstatten lassen. Rüsten Sie auf effiziente Technologien wie Energiesparlampen und Smart-Home-Lösungen um, die den Energiebedarf senken. Und ermuntern Sie Ihre Mitarbeiter, mit eigenen Ideen zu einem energie- und ressourcenschonenden Verhalten beizutragen. Denn Energiesparen kann sich richtig lohnen, wie die nachfolgende interaktive Grafik zeigt (klicken Sie für Zusatzinformationen einfach auf die Plus-Zeichen):

5. Miet- und Lagerkosten senken

Brauchen Sie die vorhandenen Flächen tatsächlich und am aktuellen Standort? Eventuell lassen sich Arbeitsplätze räumlich zusammenlegen. Nicht benötigte Flächen können Sie dann untervermieten oder abmieten. Für zusätzliche Büroarbeitsplätze sind kurzfristig kündbare Coworking Spaces eine kostengünstige Alternative. Entrümpeln Sie Lagerräume und werfen Sie Ladenhüter raus. Reduzieren Sie Bestände und halten Sie Ihr Lager schlank, indem Sie nur Mindestmengen vorrätig halten. Eventuell können Sie bestimmte Positionen auflösen und durch eine Just-in-time-Lieferung ersetzen.

6. Überflüssige Fahrten und hohe Kfz-Kosten vermeiden

Legen Sie Touren zusammen, damit möglichst viele Stationen auf einer Strecke liegen. Nutzen Sie Mengenrabatte bei der Kfz-Versicherung und prüfen Sie den Einsatz von Tankkarten, um Spritkosten von ein bis zwei oder mehr Cent pro Liter zu sparen und den Papierkrieg in der Buchhaltung einzudämmen. Und streichen Sie Heimfahrten in der Mittagspause auf Firmenkosten sowie die Nutzung von Geschäftsfahrzeugen für Privatfahrten. Vermitteln Sie Ihren Mitarbeitern die Hintergründe und Ziele dieser Maßnahmen, damit sie das verordnete Sparprogramm nicht als Willkür empfinden und möglichst aus eigenem Antrieb mitziehen. 

7. Variable Arbeitszeitmodelle nutzen

Bei guter Auftragslage werden Überstunden nicht ausbezahlt, sondern als Gutschrift auf dem Arbeitszeitkonto verbucht. Wenn das Geschäft nicht so gut läuft, können Ihre Mitarbeiter dieses Zeitguthaben abfeiern. Setzen Sie bei Auftragsspitzen auf befristete Arbeitsverträge oder Zeitarbeit. Vor allem für kleinere Unternehmen kann es sinnvoll sein, Mitarbeiter für mehrere Aufgabengebiete zu qualifizieren – als flexible Personalreserve. Stellen Sie in Krisenzeiten die freiwilligen Leistungen auf den Prüfstand. Vergessen Sie auch hier nicht, Ihre Mitarbeiter ins Boot zu holen, indem Sie ihnen die Notwendigkeit der geplanten Maßnahmen vermitteln. 

8. Versicherungsschutz und Forderungsmanagement anpassen

Je nach Branche und persönlichem Bedarf gibt es sinnvolle und weniger sinnvolle Versicherungen. Beauftragen Sie einen neutralen Berater mit einem Check Ihrer Policen, dann gehen Sie auf Nummer sicher. Überprüfen Sie auch Ihre Zins- und Darlehenskonditionen auf Optimierungspotenziale und verbessern Sie Ihr Forderungsmanagement. Zum Beispiel, indem Sie die Zahlungsziele der Kunden kürzen und fällige Forderungen konsequent einziehen. Zusätzlich können Sie Zahlungsanreize durch das Gewähren von Skonti schaffen.  

9. Kein Marketing nach dem Gießkannenprinzip

Konzentrieren Sie sich auf Maßnahmen, mit denen Sie Ihre Zielgruppe sicher erreichen. Kleine, individuell gestaltete Aktionen wie eine Hausmesse müssen nicht viel kosten. Sie sind aber oftmals wirkungsvoller als Werbung oder Sponsoring nach dem Gießkannenprinzip. Bei regelmäßigen Anzeigen können Sie die Formate verkleinern oder die Intervalle verlängern. Ein Muss: eine professionell gestaltete Internetseite mit den richtigen Schlagwörtern, um bei der Google-Suche möglichst weit oben zu landen. 

Fazit:

Setzen Sie den Rotstift mit Bedacht an. Analysieren Sie: Welche Einsparungen sind in welchem Umfang sinnvoll? Nicht, dass durch ein allzu enthusiastisches Sparprogramm Zukunftspotenziale auf der Strecke bleiben. Und binden Sie Ihre Mitarbeiter ein. Sie erhalten dadurch Ideen und Vorschläge für Erfolg versprechende Maßnahmen. Zusätzlich steigern Sie die Bereitschaft, aktiv am Kostensenken mitzuarbeiten.


Praxisleitfaden „Fixkosten senken, Spielraum gewinnen“

Was würden Sie tun, wenn Sie Ihre Betriebskosten innerhalb eines Jahres um 10, 20 oder noch mehr Prozent senken könnten? Rücklagen bilden? Investieren? Oder von allem etwas? Kosten regelmäßig zu überwachen und so gering wie möglich zu halten, ist komplex. Dieser Leitfaden insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen unterstützt Sie bei der Jagd nach den größten Kostentreibern und zeigt konkret, wo Sie sparen können.

Dieses Angebot ist kostenfrei, wenn Sie der werblichen Nutzung Ihrer E-Mail Adresse zustimmen.


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