Jung bleiben scheidet aus: Altersvorsorge für Gründer. Im Bild: Ein neuer, glänzender und ein verschlissener Schuh stehen nebeneinander auf einer Straße.

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Mein Geld

Jung bleiben scheidet aus

Altersvorsorge für Gründer

Lesedauer:
3 Minuten
Erstellungsdatum: 26.04.2018

Keine Zeit, kein Geld – schon gar nicht jetzt und dafür: Das Thema Altersvorsorge schafft es aus vielen Gründen eher selten auf die Prioritätenliste von Gründern. Dennoch sollte die Absicherung für das Alter spätestens dann fester Bestandteil der Budgetplanung werden, sobald sich die Gewinne stabilisieren und kalkulierbar werden.

So wichtig die Altersvorsoge für Selbstständige auch ist, noch wichtiger ist die Absicherung der Existenz während des Berufslebens. Denn auch die beste Altersvorsorge bringt Ihnen nichts, wenn Sie wegen eines Unfalls oder krankheitsbedingt vorzeitig arbeitsunfähig werden. Kümmern Sie sich deshalb erst um eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die Ihnen und Ihrer Familie den Lebensstandard sichert. Haben sich auch Ihr Kundenstamm und Ihre Einnahmen stabilisiert, wird es anschließend Zeit für den Aufbau eines finanziellen Ruhepolsters.

Diese Möglichkeiten haben Sie

Rürup-Rente: Sie ist für Selbstständige oftmals die einzige Möglichkeit, eine staatlich geförderte Altersversorgung aufzubauen. Denn die monatlichen Beiträge sind steuerlich absetzbar, momentan zu 86 Prozent. Jedes Jahr kommen zwei Prozentpunkte hinzu – bis auf 100 Prozent im Jahr 2025. Ein weiterer Pluspunkt: Bei rückläufigen Einnahmen können Sie die Zahlungen reduzieren und, wenn es gut läuft, zum Jahresende Zuzahlungen leisten. Der jährliche, als Sonderausgabe anrechenbare Höchstbetrag ist jedoch gedeckelt. Alleinstehende können 2018 beispielsweise bis zu 23.712 Euro in der Steuererklärung angeben, von denen das Finanzamt 20.392 Euro, also 86 Prozent, anerkennt. Die Rürup-Rente gibt es in verschiedenen Abstufungen, von sicherheitsorientiert mit einer vertraglich garantierten Rentenhöhe bis hin zu chancenorientiert (z. B. Fondspolice). 

Gesetzliche Rente: Auch als Selbstständiger oder Gründer können Sie freiwillig Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Wie oft und wie viel bestimmen Sie weitgehend selbst. So haben Sie die Wahl zwischen einem und 12 Monatsbeiträgen pro Kalenderjahr, deren Höhe zwischen dem Mindest- und dem Höchstbeitrag liegen muss. Der Mindestbeitrag liegt bei 83,70 Euro, der Höchstbeitrag bei 1.209 Euro (Stand 2018). Wer vor der Gründung oder der Selbstständigkeit weniger als fünf Jahre pflichtversichert war, kann durch freiwillige Zahlungen das Minimum von fünf Jahren Mitgliedschaft erfüllen, um später Anspruch auf Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu haben. Obendrauf gibt es einen Hinterbliebenenschutz und eine Rente bei Erwerbsminderung, wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

Betriebsrente: Sind Sie bei Ihrer eigenen Firma (GmbH, UG oder AG) als geschäftsführender Gesellschafter angestellt? Dann können Sie über Ihr Unternehmen eine Direktversicherung abschließen. Der Charme dabei: Bis zu einer jährlichen Höhe von 6.240 Euro gehen die Beiträge unversteuert direkt vom Bruttoverdienst ab, davon sind bis zu 3.120 Euro zudem sozialabgabenfrei (Stand 2018). Nach fünf Jahren Tätigkeit als geschäftsführender Gesellschafter können Sie sich gegebenenfalls über Ihre Kapitalgesellschaft auch eine Pensionszusage spendieren. Finanziert wird sie über eine Rückdeckungsversicherung (z. B. Kapitallebensversicherung) oder über Wertpapiere (z. B. Fondssparplan). Der besondere Vorteil der Pensionszusage besteht darin, dass sich Höhe und Umfang der Leistung flexibel gestalten und an die jeweiligen Anforderungen anpassen lassen. Zudem gilt bei Pensionszusagen das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Das heißt: Die eingezahlten Beiträge bleiben während der Anwartschaft steuerfrei. Weiterführende Informationen zur gesetzlichen, betrieblichen und privaten Rente finden Sie in der Broschüre „Altersvorsorge – heute die Zukunft planen“ von der Deutschen Rentenversicherung. Sie können die Broschüre hier herunterladen.

Wertpapiere: Sie eignen sich gerade in Zeiten niedriger Kapitalmarktzinsen als Altersvorsorge, wenn Sie dabei einige Regeln beachten: Egal ob Sie per Einmalanlage oder per monatlichem Sparplan Kapital aufbauen möchten, tun Sie das wegen der Kursschwankungen unter einem langfristigen Aspekt. Achten Sie immer auf das Rating, und investieren Sie beispielsweise bei Anleihen in deutsche Staatsanleihen oder Anleihen von führenden deutschen oder europäischen Unternehmen. Eine höhere Rendite geht normalerweise mit einem höheren Risiko einher. Spekulative Produkte mit außergewöhnlich hohen Renditeversprechen daher besser meiden und bei Aktien wegen der Risikostreuung lieber in Fonds statt in Einzeltitel investieren. Ein Fondssparplan, in den Sie regelmäßig einzahlen, hilft beim disziplinierten Vermögensaufbau. Vergleichen Sie die Konditionen, also die Höhe des Ausgabeaufschlags und der Gebühren. So sind zum Beispiel Indexfonds (ETF) eine preiswerte Option. Sie bilden die großen Aktienindizes nach (z. B. DAX mit den 30 größten deutschen Industrieunternehmen oder das europäische Pendant, den Euro Stoxx 50).

Als Anteilseigner einer Kapitalgesellschaft (GmbH, UG oder AG) können Sie Wertpapiere zum Körperschaftssteuersatz über Ihre eigene Firma erwerben und in die Unternehmensmasse einfließen lassen. Mit den erzielten Erlösen kann zum Beispiel die eigene Pensionszusage finanziert oder der Unternehmenswert gesteigert werden.

Immobilien: Mietfrei zu wohnen ist ein Vorteil. Doch der Kauf einer Immobilie bindet viel Kapital und engt langfristig Ihren finanziellen Spielraum ein – trotz staatlicher Förderung. Daher lieber abwarten, bis die Gewinne und damit Ihre Einnahmen langfristig sprudeln oder viel Geld auf einmal vorhanden ist, etwa weil Unternehmensanteile verkauft wurden. Ziehen Sie – wegen der Steuervorteile – auch den Kauf einer vermieteten Immobilie in Betracht, die Sie im Alter selbst nutzen können.

Ebenfalls eine interessante Option: Büroräume oder Gewerbeflächen privat finanzieren, um sie an die eigene Firma zu vermieten. Der Investor kann durch die Gebäudeabschreibung und durch Werbungskosten Steuern sparen. Die eigene Firma kann den Mietaufwand als Betriebsausgabe geltend machen. 

Fazit: Das beste Rezept für eine profitable und sichere Altersvorsorge lautet: Früh beginnen, auf mehrere Standbeine verteilen und dranbleiben. Dazu den monatlichen Sparbetrag bei steigendem Einkommen entsprechend aufstocken und die verschiedenen Investments mindestens einmal im Jahr gemeinsam mit einem Fachmann prüfen. Wichtig für Gründer hierbei ist: Setzen Sie zunächst auf flexible Anlegeformen, damit Sie bei einem schwankenden Geschäftsverlauf die Beitragszahlungen anpassen oder aussetzen können. Und berücksichtigen Sie bei der Planung die künftigen Kosten wie nachgelagerte Steuerzahlungen oder Aufwände für Renovierungen von selbst genutzten Immobilien.

Business mit Netz und doppeltem Boden

So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Beim Thema Versicherungen tun Selbstständige gut daran, sich an diesen Rat zu halten. Doch welche ist wirklich nötig, welche sinnvoll und welche nur „nice to have“? Die Antworten finden Sie hier.

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