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MEIN GELD

Sparen oder reinvestieren?

So bringen Sie den Aufbau Ihres Privatvermögens mit Ihren Geschäftsinteressen
unter einen Hut.

Lesedauer: 3 Minuten | Erstellungsdatum: 03.04.2018

Bei vielen Unternehmern gilt die Investition in die eigene Firma als beste Form der privaten Kapitalanlage. Dabei ist einiges zu beachten, damit das Privatvermögen und der unternehmerische Spielraum nicht gefährdet werden.

Selbst wenn es dem Betrieb gut geht, entnehmen Unternehmer häufig nicht mehr Geld als nötig, um es anderweitig anzulegen. Auf den ersten Blick erscheint diese Anlagestrategie gerade bei hohen Eigenkapitalrenditen auch sinnvoll. Bei näherer Betrachtung ist dieses Vorgehen jedoch riskant. Der Grund: Durch die Bündelung des Vermögens im eigenen Unternehmen hängt der private Wohlstand vom Erfolg der Firma ab. Kommt es zu einer betrieblichen Schieflage, sind bei einer unbeschränkten Haftung auch große Teile des persönlichen Vermögens betroffen. 

Sinkt beispielsweise die Ertragskraft über mehrere Jahre oder müssen Sie Ihr Unternehmen in einer ungünstigen wirtschaftlichen Lage verkaufen, kann schnell Ihre finanzielle Existenz auf dem Spiel stehen. Noch unangenehmer wird es, wenn bei einer Insolvenz Gläubiger eine Grundschuld für das Eigenheim geltend machen, ein Pfandrecht auf die Lebensversicherung besitzen und die fest eingeplante, vom eigenen Betrieb zu zahlende Pensionszusage ausfällt. 

Mit den folgenden Maßnahmen erreichen Sie eine gesunde Balance zwischen Privat- und Unternehmensvermögen:

Betriebs- und Privatvermögen trennen

Verteilen Sie das Gesamtvermögen auf zwei Kassen: die Unternehmens- und die Privatkasse. Klären Sie, wo Vermengungen bestehen. Möglicherweise haften Sie persönlich für Firmenkredite oder haben private Vermögensbestandteile als Kreditsicherheit hinterlegt. Berücksichtigen Sie die Ergebnisse der Analyse anschließend in Ihrer Liquiditätsplanung.  

Bestandsaufnahme des Privatvermögens

Stellen Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben gegenüber. Berücksichtigen Sie dabei auch die zu erwartenden Erträge aus Renten- und Lebensversicherungen oder aus Immobilienbesitz. Dadurch erkennen Sie, ob ausreichende finanzielle Mittel vorhanden sind, die Ihnen auch nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Geschäftsleben den gewünschten Lebensstandard sichern.  

Investitionsplan erstellen

Planen Sie alle erforderlichen Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen für die kommenden fünf Jahre. Leiten Sie daraus ein möglichst genaues Budget ab. Überlegen Sie, wie es mittelfristig weitergeht, wo sich Chancen eröffnen und wo Gefahren lauern könnten. Stehen zum Beispiel ein Umbau, eine Expansion oder ein Technologiewechsel an? Überwachen Sie das Budget, und passen Sie es kontinuierlich an. 

Gesamtvermögen diversifizieren

Sind geschäftliche und private Bedarfe geklärt, können Sie festlegen, welcher Teil der Unternehmensgewinne reinvestiert und welcher Teil ins Privatvermögen überführt werden soll. Achten Sie darauf, privates Kapital und liquides Firmenvermögen möglichst unabhängig von der Geschäftsentwicklung anzulegen. 

Strategische Handlungsspielräume sichern

Verteilen Sie das zur Verfügung stehende private Kapital auf mehrere, voneinander unabhängige Anlageklassen – je nach Ihrer persönlichen Risikobereitschaft können das beispielsweise Anleihen, Aktien und Unternehmensbeteiligungen, Immobilien, Edelmetalle, Rohstoffe etc. sein. Achten Sie dabei möglichst auch auf unterschiedliche Wirtschaftsregionen und Währungen. Die Gewichtung der einzelnen Anlageklassen ist neben Ihrer Risikoneigung abhängig von Ihrem Liquiditätsbedarf. Wohlgemerkt: Hier geht es nicht darum, die absolute Maximalrendite zu erzielen. Das Ziel ist vielmehr, kontinuierlich Privatvermögen aufzubauen – durch ein auf nachhaltiges Wachstum angelegtes Multi-Asset-Portfolio. 

Balance halten

Überprüfen Sie Ihr Portfolio mindestens einmal im Quartal. Schichten Sie nicht zu häufig um. Stellen Sie in regelmäßigen Abständen die gewünschte Verteilung der Anlageklassen wieder her. Dadurch vermeiden Sie, dass sich die Gewichtung in Ihrem Portfolio in Richtung renditestärkerer, aber auch schwankungsintensiverer Anlagen verschiebt. Maßstab ist hierbei der aktuelle Wert des Portfolios. Ein Beispiel: Sie haben sich für Aktien und Anleihen in einem Mix von 50 : 50 entschieden. Hat sich die Gewichtung dieser beiden Anlageklassen etwa durch einen starken Anstieg der Aktienkurse auf 55 : 45 verschoben, sollten Sie Ihr Portfolio überprüfen. Bei unveränderten Rahmenbedingungen sollten Sie entsprechende Umschichtungen in Richtung Zielgewicht vornehmen.

Finden Sie für sich das beste Vorgehen heraus und beachten Sie dabei Faktoren wie Transaktionskosten, Steuern und dass Sie Gewinne manchmal einfach „laufen lassen“ sollten. Holen Sie sich dazu aber unbedingt immer Expertenrat ein. 

Gesamtvermögen schützen

Schützen Sie Ihr Privatvermögen vor dem Haftungszugriff durch Dritte. Dies können Sie durch die Wahl einer haftungsbeschränkenden Rechtsform für das Unternehmen (z. B. AG, GmbH oder GmbH & Co.KG) erreichen. Ein weiterer vermögenserhaltender Schutz ist auch die rechtzeitige Einleitung der Unternehmensnachfolge, beispielsweise familienintern durch eine steueroptimierte Vermögensübertragung auf die Nachkommen. 

Fazit

Durch strategische Maßnahmen können Sie gezielt Privatvermögen aufbauen und zugleich unternehmerische Handlungsspielräume sichern. Essenziel ist dabei die Trennung von Unternehmens- und Privatvermögen sowie eine geringe Verzahnung dieser beiden Vermögensteile. So ist Ihr Gesamtvermögen auch in schwächeren Unternehmensphasen und bei nicht vorhersehbaren Entwicklungen geschützt. 


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