Joomla SEF URLs by Artio

Home > TRENDS > Nicht nur Bares ist Wahres

Bildquelle: wavebreakmedia/shutterstock

TRENDS

Nicht nur Bares ist Wahres

Sichere Lösungen machen Mobile Payment attraktiver

Lesedauer: 3 Minuten | Erstellungsdatum: 11.04.2018

Wenn es ums Einkaufen geht, zahlen die Deutschen am liebsten bar. Auch deshalb haben es Mobile-Payment-Anwendungen hierzulande immer noch schwer. Doch die Zeiten ändern sich, wie eine neue Studie zeigt. 

Fast jeder Verbraucher in Deutschland besitzt heute ein Smartphone. Trotzdem wird es bislang nur selten zum Bezahlen im Supermarkt, an Automaten oder beim Onlineshopping verwendet. Zu diesem Schluss kommt der Mobile Payment Report 2017 der Beratungsgesellschaft PwC. Demnach griffen im letzten Jahr von über 1.000 befragten Smartphone-Nutzern 78 Prozent an der Kasse zu ihrer gewohnten Bezahlweise – dem Bargeld. Nur 13 Prozent haben schon einmal per Smartphone bezahlt. Bargeld ist also nach wie vor des Deutschen liebstes Kind. Doch der „Freundeskreis“ des Zahlens via App wird größer − zumindest ein klein wenig, wie die Studie ebenfalls klarstellt.

Großes Potenzial für Mobile Payment

Denn der Report zeigt auch, dass die deutschen Verbraucher zusehends offen fürs Bezahlen per App werden. Zwar wollen 44 Prozent der Befragten auch in Zukunft kein Mobile Payment nutzen. Fast genauso groß ist allerdings der Anteil derjenigen, die bislang noch nicht mit dem Handy bezahlt haben, dies aber in Zukunft tun möchten, nämlich 42 Prozent. Zusammen mit den 13 Prozent der bereits aktiven Nutzer liegt das Potenzial für Mobile Payment in Deutschland also bei insgesamt 55 Prozent. Mehr als die Hälfte aller Verbraucher zwischen 18 und 64 Jahren in Deutschland ist also grundsätzlich offen für Mobile Payment.

Attraktivität ist abhängig von Sicherheit und Datenschutz

Damit es tatsächlich zu einer Nutzung in diesem Umfang kommt, müssen die Anbieter allerdings erst noch einige Hürden aus dem Weg räumen. So fürchten 72 Prozent der Befragten die Gefahr von Hackerangriffen und Datenmissbrauch. Entsprechend häufig nannten sie auf die Frage nach den wichtigsten Erfolgsfaktoren für mehr Mobile Payment das Thema Sicherheit und Datenschutz. Es steht mit 79 Prozent eindeutig an erster Stelle, gefolgt von geringeren Gebühren gegenüber anderen Zahlungsmitteln (57 Prozent) und der einfachen, schnellen Bedienung (ebenfalls 57 Prozent).

„Um das große Potenzial von Mobile Payment in Deutschland heben zu können, sollten die Anbieter idealerweise einen einheitlichen technologischen Standard entwickeln, wie es vor Jahren beispielsweise schon Girokarten- und Kreditkartenanbieter geschafft haben“, rät PwC. Dabei schenken die Verbraucher vor allem klassischen Geldinstituten das größte Vertrauen: 56 Prozent der Befragten entschieden sich für Banken und Sparkassen. Zu den Top fünf gehören ferner Onlinebezahldienste (43 Prozent), Kreditkartenfirmen (39 Prozent), Telekommunikationsunternehmen (22 Prozent) und Smartphone-Hersteller (20 Prozent).

Wunsch nach flächendeckender, einheitlicher Lösung

Dass Mobile Payment in Deutschland bislang kaum verbreitet ist, liegt laut Studie auch an der Vielzahl der konkurrierenden Technologien und Anbieter. Beides würde die Nutzer verwirren und vom Umstieg abhalten. So ist es auch kein Wunder, dass sich 55 Prozent vor allem eines wünschen: Banken, Kartenanbieter, Händler und Smartphone-Hersteller sollen zusammenarbeiten, um eine gemeinsame Mobile-Payment-Lösung zu entwickeln. Für 52 Prozent soll das Ergebnis dieser Zusammenarbeit eine flächendeckende Lösung für Deutschland sein. 51 Prozent wünschen sich zudem, dass sie damit gleichermaßen im Ladengeschäft wie online bezahlen können.

Mehrwerte können Marktpotenzial vergrößern

Schaut man sich an, warum 44 Prozent der Befragten auch in Zukunft lieber bar bezahlen und auf Mobile Payment verzichten wollen, dann zeigt die Studie, dass auch hier noch Potenzial liegt: Sie sehen einfach keinen Mehrwert im Vergleich zu anderen Zahlungsarten. 

Zum Glück für die Anbieter gibt die Studie auch hier Hinweise, welche Zusatznutzen sich die Verbraucher wünschen. Für 49 Prozent ist das die Möglichkeit, mit der Mobile-Payment-Lösung auch Rechnungen speichern und bezahlen zu können. 48 Prozent wünschen sich eine direkte Kontobelastung ohne die Beteiligung von Drittanbietern oder eine Abwicklung per Karte. Und immerhin 47 Prozent finden es reizvoll, wenn die Lösung zusätzliche Services wie die Integration von Coupons, Gutscheinen oder digitalen Bonuskarten bieten würde. 

Um mobiles Bezahlen in Deutschland weiter voranzubringen, müssen die Entwickler und die Anbieter demnach bei Sicherheit und Funktionsumfang noch eine Schippe drauflegen. Doch der Aufwand kann sich lohnen, wie ein Blick nach Schweden zeigt: Dort werden inzwischen über 50 Prozent aller Einkäufe im Einzelhandel mit der Smartphone-App bezahlt. Bis 2030 soll es dort überhaupt kein Bargeld mehr geben.


Mobiles Bezahlen in Deutschland

Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland beim mobilen Bezahlen mit dem Smartphone noch hinterher. Doch das könnte sich bald ändern, wie unsere Infografiken mit den wichtigsten Ergebnissen einer Studie aus dem Jahr 2017 zeigen.

  • Bezahlmöglichkeiten mit dem Smartphone
  • Status quo und Marktpotenzial
  • Die wichtigsten Erfolgsfaktoren
  • Mehrwert als Wachstumstreiber

 Dieses Angebot ist kostenfrei, wenn Sie der werblichen Nutzung Ihrer E-Mail Adresse zustimmen.


Ähnliche Artikel

TRENDS
Debit Mastercard – die Karte für alle Fälle?

Neue Debitkarte vereinfacht das Bezahlen ohne Bargeld

TRENDS
Schlank, schnell und sparsam

Lösungen für das Lean Startup

TRENDS
Nur für dich!

Personalisierung als Chance

TRENDS
Gelassen zum Erfolg - 10 Tricks

So leisten sie 100 Prozent, auch wenn Sie unter Stress stehen


Meistgelesene Artikel

MANAGEN
Richtig mahnen

So holen Sie sich ihr Geld von säumigen Kunden

WACHSEN
Lieber auffallen als unsichtbar sein

Onlinemarketing für Einsteiger. Interview mit Dr. André Vieregge, SYZYGY

WACHSEN
Klein anfangen, groß rauskommen

Onlinemarketing: So finden Sie die richtigen KPIs für die Erfolgsmessung. Mit Premium Content.

MANAGEN
Runter mit den Betriebskosten