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Immer in Bewegung bleiben

Innovationsstrategien für kleinere und mittlere Unternehmen

Lesedauer: 3 Minuten | Erstellungsdatum: 05.04.2018

Laut einer aktuellen Studie verlieren kleine und mittlere Unternehmen bei der Entwicklung von neuen Produkten, Dienstleistungen und Prozessen mehr und mehr den Anschluss. Doch wie können sie ihre Innovationskraft erhalten?

Vom Maschinenbauer, der hochpräzise Anlagen in alle Welt liefert, über die Spedition mit dem ausgeklügelten digitalen Logistiksystem bis zur Eisdiele mit exotischen Geschmackssorten – kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland gelten als besonders innovativ und modern. Tatsächlich werden aber immer weniger Unternehmen diesem Ruf noch gerecht, wie die Studie „Innovativer Mittelstand 2025“ zeigt, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim und die Prognos AG für das Bundeswirtschaftsministerium durchgeführt haben.

Riskante Zurückhaltung

Demnach geht die Innovationsquote unter den KMU schon seit Jahren zurück. Zählten im Jahr 1999 noch 56 Prozent der KMU zu den Innovatoren, so ist der Wert bis 2014 auf 37 Prozent gesunken. „Allerdings ist der deutsche Mittelstand sehr heterogen“, relativiert Dr. Christian Rammer, Projektleiter im Forschungsbereich Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik am ZEW. Nach wie vor gebe es sogenannte „Hidden Champions“, Hightech-Startups und ältere Unternehmen, die kontinuierlich forschen und neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen entwickeln. Auf der anderen Seite, so Rammer, würden aber mehr und mehr KMU stehen, die nur noch gelegentlich in Entwicklungsprojekte investieren oder gar nicht selbst forschen. 

Zurückhaltung bei Innovationen ist in den Augen der Experten um Dr. Rammer aber keine Lösung, sondern – im Gegenteil – ein großes Risiko. Schließlich stehen KMU vor vielfältigen Herausforderungen, die gerade jetzt enorme Anstrengungen erfordern. So müssen sich international agierende KMU im Zuge der fortschreitenden Globalisierung auf neue, teilweise branchenfremde Konkurrenten in ihren angestammten Marktsegmenten einstellen. Und die, so Rammer, können oft mit echten Innovationen punkten, weil sie die Informationstechnologien konsequent für sich nutzen, zum Beispiel bei der Vernetzung von Produkten im „Internet der Dinge“.

Strategien für den Mittelstand

Um diese Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen und auch in Zukunft die erste Geige bei Neuentwicklungen spielen zu können, gilt es für KMU, neue Strategien zu entwickeln. „Unternehmen müssen Innovation als einen kontinuierlichen Prozess begreifen“, erklärt Dr. Christian Rammer. Das beginnt grundsätzlich damit, dass sie sich mit der zukünftigen Tragfähigkeit ihres Geschäftsmodells und der Entwicklung ihrer Marktnische auseinandersetzen müssen. Darüber hinaus sollten KMU folgende Punkte in ihre Innovationsstrategie einbeziehen:

"
Unternehmen müssen
Innovation als einen
kontinuierlichen Prozess
begreifen

"

Dr. Christian Rammer, Projektleiter im Forschungsbereich Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik, ZEW

1. Digitale Kompetenzen stärken

Die weiter gehende Digitalisierung und schnelle Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz führen in den nächsten Jahren zu weitreichenden Veränderungen in der Geschäftswelt. Der digitale Wandel dringt unter dem Stichwort Industrie 4.0 immer stärker in die Produktion vor und verändert ganze Wertschöpfungsketten. Es entstehen neue Produkte und Wettbewerber, die die Geschäftsmodelle vieler bestehender KMU gefährden. Gleichzeitig eröffnen neue Technologien auch Chancen für den Mittelstand.

Unternehmen müssen deshalb konsequent digitale Kompetenzen weiterentwickeln, indem sie IT-Fachkräfte rekrutieren und weiterbilden. Die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und intelligenter Produkte sowie die intensive digitale Interaktion mit Kunden und Geschäftspartnern eröffnen KMU zahlreiche neue Chancen.

2. Fachkräftelücke schließen

Während qualifizierte Mitarbeiter in den Ruhestand gehen, kommen deutlich weniger junge Fachkräfte nach. Der demografische Wandel führt in kurzer Zeit zu einem akuten Fachkräftemangel. Dabei stehen KMU immer stärker mit den großen Konzernen im Wettbewerb um hoch qualifizierte Mitarbeiter und junge Talente.

Um dem drohenden Fachkräftemangel wirksam zu begegnen, müssen KMU ein strategisches Personalmanagement entwickeln, das die Innovationsfähigkeit sichert. Dazu gehören flexible Rekrutierungskonzepte, die auch verstärkt das Potenzial von Fachkräften aus dem Ausland nutzen, sowie langfristige und strategisch sinnvolle Weiterbildungskonzepte für die Mitarbeitenden.

3. Externe Kooperationen ausweiten

Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden tendenziell aufwendiger. Um bei der Entwicklung von Innovationen mithalten zu können, müssen sich mittelständische Unternehmen neue Informationsquellen und Zugang zu Innovationsnetzwerken erschließen. 

Gerade kleinere Unternehmen, die nicht selbst kontinuierlich forschen, sollten deshalb verstärkt im Rahmen von offenen Innovationsprozessen mit Dritten zusammenarbeiten, zum Beispiel mit Forschungseinrichtungen oder Technologie-Clustern. Die Bereitstellung von Kompetenzen und Know-how in Netzwerken erfordert vertrauliche und langfristige Kooperationen sowie professionelle juristische Beratung beim Schutz des geistigen Eigentums.

4. Internes Innovationsmanagement

KMU sollten ein entsprechendes Innovationsmanagement einrichten. Innovationsprozesse sollten ein sichtbarer Bestandteil des Unternehmens sein und alle Bereiche von der Geschäftsleitung bis zum Vertrieb einbeziehen. Die Unternehmen sollten Innovationen als Projekte mit klaren Zielen sowie Zeit- und Personalplänen definieren und dann auch entsprechend durchführen.

5. Finanzierungsquellen nutzen

Weil Innovationsprozesse aufwendiger werden, steigt für KMU auch der Finanzierungsbedarf für Forschungs- und Entwicklungsprozesse. Viele KMU setzen dabei aktuell vor allem auf Eigenfinanzierung, was die Gefahr von Engpässen bei der Finanzierung von Innovationen erhöht und die Liquidität im Tagesgeschäft belastet. Zur Finanzierung von Innovationsprojekten sollten KMU deshalb verstärkt auch andere Finanzierungsquellen nutzen, etwa externe Kapitalgeber, öffentliche Förderprogramme und nicht zuletzt den klassischen Bankkredit.

Natürlich lassen sich nicht alle Unternehmen und Branchen über einen Kamm scheren. Deshalb gilt es für jeden Unternehmer, seine eigene, individuelle Innovationsstrategie zu finden. „Die Stärke der kleinen und mittleren Unternehmen ist ihre Flexibilität“, erklärt Dr. Christian Rammer. „Und die müssen sie nutzen.“


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