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Jederzeit flüssig

8 Tipps zum Liquiditätsmanagement

Lesedauer: 3 Minuten | Erstellungsdatum: 25.04.2018

Verspätete Zahlungen und hohe Ausstände können selbst erfolgreiche Unternehmen in den finanziellen Ruin treiben. Dabei genügen schon wenige Stunden in der Woche, um alle Zahlungsein- und -ausgänge im Blick zu behalten und die Bonität für zinsgünstige Zwischen- oder Wachstumsfinanzierungen zu sichern. Mit diesen 8 Tipps haben Sie die Liquidität Ihres Unternehmens sicher im Griff.

1. Achten Sie auf Ihre Einnahmen und Ausgaben

Verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick über fällige Zahlungen und Einnahmen. Zu den Abflüssen gehören laufende Kosten, etwa für Personal und Miete, fällige Rechnungen für Wareneinkauf und Fremdleistungen sowie Abgaben und Steuern. Zu den Zahlungseingängen zählen Einnahmen aus dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen sowie Steuerrückerstattungen. Ein Soll-Ist-Abgleich zwischen Zahlungsein- und -ausgängen dient als Frühwarnsystem: So erkennen Sie schnell, ob Engpässe drohen, und können rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen. Aktualisieren Sie diese Übersicht wöchentlich, mindestens aber monatlich.

2. Verringern Sie Ihre Außenstände

Stellen Sie Rechnungen möglichst schnell. Zieht sich der Auftrag über einen längeren Zeitraum hin, oder müssen Sie sogar in finanzielle Vorleistung gehen? Dann vereinbaren Sie mit dem Auftraggeber, dass Sie schon im Projektverlauf gestückelte Teilbeträge erhalten.

Gewähren Sie Ihren Kunden keine langen Zahlungsziele. Motivieren Sie zu einer raschen Zahlung, indem Sie einen Skonto einräumen. Weisen Sie den Skonto nicht nur prozentual aus, sondern schreiben Sie den genauen Betrag auf die Rechnung, damit der Kunde auf einen Blick erkennt, wie viel Geld er sparen kann. Bestehen Sie außerdem bei Neukunden auf Zahlung per Vorkasse, und räumen Sie Optionen wie die Zahlung auf Rechnung erst später ein.

3. Beschleunigen Sie Ihre Zahlungseingänge

Bauen Sie ein effizientes Mahnwesen auf, und nehmen Sie mit säumigen Zahlern direkten Kontakt auf. Denn oft werden Rechnungen nur vergessen. Bieten Sie bei Zahlungsschwierigkeiten eine Ratenzahlung an. Wenn Sie trotz wiederholter Mahnungen weiterhin auf Granit beißen, kann das Factoring helfen. Hierbei verkaufen Sie Ihre unbezahlten Kundenrechnungen an einen spezialisierten Anbieter oder ein Inkassobüro. Sie erhalten innerhalb weniger Tage bis zu 90 Prozent des Rechnungsbetrags, den Rest nach Begleichen der Rechnung durch den Schuldner. Für das Factoring zahlen Sie zwar eine Gebühr, aber dafür kommen Sie deutlich schneller zu Ihrem Geld.


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Zahlungsfähig sein und zahlungsfähig bleiben: In unserem Praxisleitfaden erfahren Sie, wie kleine und mittlere Unternehmen ihre Liquidität effizient planen und steuern können, wie sich die Zahlungsfähigkeit im Tagesgeschäft nachhaltig sichern lässt, und wie man das Rating bei Geldgebern verbessert.

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4. Prüfen Sie die Bonität von Neukunden

Überprüfen Sie bei Neukunden die Bonität – über Ihre Hausbank oder Auskunfteien wie die Schufa. Räumen Sie nur soliden Kunden ein Zahlungsziel ein. Bei anderen Abnehmern können Sie sich durch eine Bankbürgschaft oder durch Zahlung per Vorkasse absichern.

5. Senken Sie Verbindlichkeiten und laufende Kosten

Nutzen Sie den Skontoabzug, den viele Geschäftspartner bei schneller Zahlung anbieten. Je nach Höhe des Preisnachlasses kann es sich sogar lohnen, kurzfristig (!) Geld von der Bank zu leihen. Berechnen Sie dazu Ihren Skontovorteil, und ziehen Sie davon die Kosten und Gebühren für den Kontokorrentkredit ab.

Überprüfen Sie Ihre laufenden Kosten: Brauchen Sie alle Versicherungen, die Sie abgeschlossen haben? Gibt es günstigere Energieversorger oder Telefongesellschaften? Durch Kündigung oder Tarifwechsel lassen sich Fixkosten reduzieren. Vergessen Sie nicht das Finanzamt: Falls Ihr Jahresergebnis schlechter ausfällt, können Sie die Herabsetzung der Steuervorauszahlungen beantragen.

6. Senken Sie Ihre Kreditkosten

Überziehen Sie häufiger Ihren Kontokorrentkredit, etwa um kurzfristige Engpässe zu überbrücken? Die dafür anfallenden hohen Zinsen lassen sich vermeiden, indem Sie mit der Bank eine höhere Kreditlinie aushandeln. Zur mittel- oder längerfristigen Finanzierung sind andere Kreditarten jedoch zinsgünstiger. Reißen die Raten für ein Darlehen ein Loch in die Kasse, dann können Sie in Absprache mit Ihrer Bank die monatliche Rate senken und im Gegenzug die Laufzeit verlängern. Oder Sie machen eine Umschuldung. Hierbei wird ein teurer Kredit vorzeitig aufgelöst und ein zinsgünstigerer Kredit aufgenommen.

7. Verringern Sie Ihre Lagerbestände

Horten Sie keine Waren oder Betriebsmittel, die Sie nicht in absehbarer Zeit verkaufen oder verwerten können. Schließlich haben Sie ja alles vorfinanziert. Prüfen Sie, wie oft Sie welche Produkte tatsächlich verkaufen. Passen Sie Ihr Einkaufsverhalten entsprechend an, zum Beispiel, indem Sie weniger, dafür aber öfter einkaufen, auch wenn Sie dadurch auf Mengenrabatte verzichten müssen. Ladenhüter sortieren Sie am besten aus. Fragen Sie zuerst Ihren Lieferanten, ob er sie gegen eine Gutschrift zurücknimmt. Alternativ veranstalten Sie einen Sonderverkauf oder bieten die Sachen auf einer Onlineplattform wie eBay an. Eventuell können Sie die Produkte als Dankeschön an Kunden verschenken und auf diese Weise die Beziehung stärken.

8. Bilden Sie konsequent Rücklagen

Trotz aktuell niedriger Zinsen: Legen Sie regelmäßig einen Teil der Kassenüberschüsse auf die hohe Kante. Wichtig dabei ist: Sie sollten bei Bedarf schnell und ohne Verluste auf das Geld zugreifen können. Geeignete Anlageformen sind beispielsweise Tages- und Festgeld, Sparbrief sowie Geldmarktfonds. Bei Tagesgeld können Sie jederzeit über das gesamte Guthaben verfügen. Sparbrief und Festgeld sind fest verzinst und haben eine fixe Laufzeit, manchmal schon ab 30 Tagen. Vor der vereinbarten Ablauffrist kommen Sie nicht an Ihr Geld. Geldmarktfonds investieren in kurzfristige Anleihen. Die Laufzeiten beginnen meist bei sechs Monaten. Aufgrund der Gebühren lohnt sich das nur in Phasen höherer Zinsen. Es besteht keine Einlagensicherung!


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